Ein Kleid aus Seide und Sternen

Merla H. - Ein Kleid aus Seide und Sternen von Elizabeth Lim, übersetzt von Barbara Imgrund ist 2020 im Carlsen Verlag erschienen. Band 2 heißt Bestickt mit den Tränen des Mondes und ist 2021 erschienen.

Maia Tamarin liebt das Schneidern. Sie könnte die beste Schneiderin von ganz A’landi sein, wäre das Handwerk Frauen nicht untersagt. Maia lebte mit ihren drei großen Brüdern in einer Schneiderei in Port Kamalan, bis ein Krieg ausbrach. Nach Ende des Krieges kommt ein Eunuch, ein Abgesandter des Kaisers von A'landi, und ordnet an, dass Meister Tamarin, Maias Vater, mit ihm zum Sommerpalast kommt, um gegen andere Meister des Schneiderns um die Stellung als kaiserlicher Schneider zu kämpfen. Maias Vater aber ist krank, er hat seit vielen Jahren nicht mehr genäht. Da der Eunuch darauf besteht, dass ein Mann die Reise antritt, fasst Maia einen riskanten Plan. Sie verkleidet sich als Junge und gibt sich für ihren Bruder aus. Sollte sie auffliegen, wird sie getötet, wenn es ihr aber gelingt, kaiserliche Schneiderin zu werden, kann sie mit dem Lohn ihre Familie vom Hunger befreien. Doch es ist schwierig, ein solch großes Geheimnis zu bewahren, besonders vor Edan, dem Zauberer, dessen Aufmerksamkeit sich schnell auf Maia lenkt. Die letzte, scheinbar unmögliche Aufgabe zwingt Maia, eine gefährliche Reise anzutreten.

 

Meine Meinung:

 

Maia ist wild entschlossen, anstelle ihres Vaters „Ehre für das Haus“ zu bringen. Und ja, das ist eine Anspielung auf Mulan. Ein Kleid aus Seide und Sternen hat viele Parallelen zum Disneyfilm Mulan, es geht um Zwangsheirat, falsche Identitäten und das chinesisch angehauchte Setting ist auch ähnlich. Und natürlich auch der Aspekt, das Maia sich als Junge ausgibt, um ihre Familie zu retten. In der Szene, in der Maia sich die Haare abschneidet ist sie leider nicht ganz so entschlossen, wie Mulan, aber was soll’s.

Der Schreibstil von Elizabeth Lim ist einer Märchenadaption sehr angemessen, er ist sehr poetisch und das Buch ließt sich wie ein Märchen. Zum Ende hin hat dies leider nachgelassen.

Der Bezug zum Schneidern hat mir unglaublich gut gefallen, und auch die Reise hat das Buch sehr packend gemacht. Auch das Setting war wunderschön, durch die vielen Beschreibungen konnte ich mir alles lebhaft vorstellen.

Maia ist sehr fixiert auf den Titel der besten Schneiderin des Landes, was sie einige naive, egoistische Entscheidungen treffen lässt. Trotzdem vesucht sie nebenbei noch ihren Vater und Bruder vor dem Hunger zu retten. Die Beziehung zwischen Maia und *biiiiiep* finde ich jedoch ziemlich problematisch, wenn man bedenkt, dass *biiiiiep* ca. 500 Jahre älter ist als Maia.

Letzendlich hat mir das Buch aber wirklich gut gefallen, ich kann es auch denen empfehlen, die kaum Fantasy lesen.